Wehrmacht/W-XX Leibertarn Einheitsfeldmütze M45

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Produktinformationen "Wehrmacht/W-XX Leibertarn Einheitsfeldmütze M45"

Zeitgenössich originale(vor Kriegsende Mai 1945) Leibertarn Feldmütze M45, letzte Kriegsfertigung für sämtliche Einheiten von Wehrmacht und Waffen-XX, Kammerstück aus den mutmaßlichen Bekleidungswerken im Protektorat Böhmen-Mähren im sogn. Leibermuster, infrarotabsorbierender einseitiger Buntfarbendruck auf Zellwoll-Leinen, die Farben noch kräftig und kaum ausgeblichen, Mützenschirm vorn aus Press-Pappe/Ersatzmaterial, innen blau/graues Spätkriegfutter mit Größenstempel(58) - eines der seltensten Uniformstücke der Welt = Zustand 1-.

Ehemaliges Ausstellungsexponat, welches wir kürzlich aus dem Inventurbestand eines russischen Museums erwerben konnten.

Weitere Exemplare von Originaluniformen im Leibermuster befinden sich heute im Bestand der Wehrtechnischen Studiensammlung(WTS)/Koblenz sowie in der Ausstellung des tschechischen Militärmuseums in Prag.

Literatur:

Unter Prof.Schick wurde von der Abteilung "T" in enger Zusammenarbeit mit "Schlieper & Braun" eine Tarnbedruckung entwickelt, die sowohl die visuelle Tarnung mittels Mehrfarbtarndruck als auch die infrarote Tarnung bot. 

Neben Proffessor Schick waren die Hauptsturmführer Krug, Leschler und Fischer an der Entwicklung des Leibermusters und des Infrarotschutzes beteiligt.

Die Bezeichnung "Leibermuster"(oft - aufgrund eines Druckfehlers in der amerikanischen Literatur - auch falsch als "Leibermeister" bezeichnet) geht auf den Drucktechnik-Ingenieur Hellmut Leiber zurück, der mit der Kattundruckerei „Schlieper & Baum AG“, Wuppertal-Elberfeld die Fertigungsweise und Farbmischung des Leibermusters zum Patent angemeldet hat: Deutsche Patentschrift 909 667 vom 4. Mai 1942 "Verfahren zur Herstellung von Tarnmustern auf Gewebebahnen und ähnlichen flächigen Gebilden" und Deutsche Patentschrift 897 689 vom 12. März 1944 "Verfahren zum Herstellen farbiger Musterungen auf Geweben und anderen Stoffen". Der Firmenchef Adolf Schlieper galt als wissenschaftliche Autorität und anerkannte Größe auf dem Gebiet der Stoffdruckerei und hatte bereits in den 70er und 80er Jahren des 19. Jhds. das Unternehmen durch bahnbrechende Erfindungen auf chemisch-coloristischem Gebiet zu hoher Blüte gebracht. 

Das Muster besitzt einen gelbbeigen Hintergrund, auf den weiße Flecken gedruckt wurden. Darüber kam eine hellgrüne Musterung sowie eine weitere Druckschicht aus mittlerem Grün in blattähnlicher Form. Rotbraune Flecken folgten und zuletzt wurde das schwarze Zackenmuster darübergelegt.

Beim Leibermuster Tarndruck handelt es sich um einen 6-Farben-Rollendruck der auf naturfarbenen Zellwoll-Leinen gedruckt wurde. Um ein möglichst irreguläres, unsymetrisches Gesamtbilt zu erhalten, wurden die Farben mit 6 verschiedenen Walzendurchmessern und Umfang aufgebracht. Da die verschiedenen Farben nicht übereinander gedruckt wurden, entstanden so oft Verschiebungen der Tarnflecken, die dann einen dünnen weißen Rand zwischen den Farbverläufen ergaben. 

Die "IR-Farben" des Leibermusters enthielten u.a. Graphit, Hydron Oliv X und Schwefel, wodurch die Reflektion des IR-Lichtes beeinflusst werden konnte. Schwarze Pigmente(Anilinschwarz, Carbonschwarz und Eisenoxidschwarz) absorbieren das bei den damaligen IR-Geräten verwendete "nahe Infrarot". Mit diesen Pigmenten gefärbte Materialien werden deshalb auch durch direktes Sonnenlicht erwärmt. Schwefelverbindungen - die im gelbbeigen Grund zur Anwendung kamen - zeigen aufgrund der relativ großen Masse des Schwefels im Vergleich zu Kohlenstoff in den IR-Spektren sehr charakteristische Banden. Die orangeroten Flecken reflektierten die IR-Strahung ähnlich wie der natürliche Bewuchs der Umgebung. Durch das Zusammenwirken der unterschiedlichen Farbflecke sollte das klare Sichtbild der IR-Geräte des Gegners beeinträchtigt werden.

Das Leibermuster sollte auch den Nachteil aller vorher entwickelten Tarnmuster kompensieren, denn diese hatten die Tendenz, in der Distanz optisch zusammenzufliesen und ihren spezifischen optischen Eindruck zu verlieren. Die schwarzen Zackenränder des Leibermuster garantierten jedoch auch auf größere Entfernung noch eine ausreichende Konturenauflösung.

Da die Produktion des Leibertarnmuster erst am 15.Januar 1945 - wenige Monate vor Kriegsende - startete, gelangten kriegsbedingt nur noch sehr wenige dieser Uniformstücke an die Truppen.

Das Leibermuster sollte alle bisherigen Tarnuniformen von Wehrmacht bis Waffen-SS ersetzen.

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